Hinter den Kulissen

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Hinter den Kulissen der People's Air Group
Immer alles im Blick.


 

Die Sicherheit von Passagieren und Besatzung ist ihr Arbeitsalltag. Hoch oben im Tower sorgen Max Mumenthaler und sein Team für den reibungslosen Ablauf auf „ihrem“ Terrain, der Rollbahn. Dabei reichen ihre Aufgaben noch viel weiter als das menschliche Auge sehen kann…

 

„Ihr seid schon schwindelfrei, oder?“ fragt uns Max Mumenthaler, Head Air Traffic Controller der Schweizer Firma Skyguide, als er uns in den Tower am People’s Airport St.Gallen-Altenrhein führt. Sonderlich hoch wirkt das Gebäude nicht. Doch der Zugang nach ganz oben führt über eine schmale Wendeltreppe. Die letzte Etappe steigen wir eine steile Leiter hoch, den eigentlichen Towerraum betreten wir durch eine Luke im Boden.

 

So besonders wie der Zugang zu ihrem Arbeitsplatz ist auch der Job, den die Flugverkehrsleiter ausüben. „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Flugsicherheit sehr bewusst. Unser Job ist wenig fehlertolerant“, sagt Max Mumenthaler. Für Aussenstehende wirken schon all die Instrumente, die es zu beachten und bedienen gilt, respekteinflößend. Allein auf ihre gute Sicht können sich die Mitarbeiter im Tower nicht verlassen.

 

 

»MAN MUSS SCHON DAFÜR GEMACHT SEIN.«

Stephanie Lott über den komplexen Job im Tower.

 

 

 

Profis mit eigener Sprache

 

Wie im Flugzeug auch, sind die wichtigsten Geräte doppelt vorhanden, für den unwahrscheinlichen Fall, dass eines ausfällt. Auch Kleinigkeiten spielen eine bedeutende Rolle: „Für jedes der Systeme haben wir eine andere omputermaus zum Bedienen. Das unterstützt uns dabei, auch in komplexen Situationen nie daneben zu greifen“, so Mumenthaler.


Seine Mitarbeiterin Stephanie Lott hat gerade einen Businessjet im Landeanflug. Die Kommunikation mit den Piloten erfolgt auf Englisch und klingt für unsere Ohren ganz nach „Fliegerjargon“: „Dark Knight five one tango, wind zero four zero degrees, six knots, runway one zero, cleared to land.“ Was so viel heisst wie Dark Knight 51T (das ist das Rufzeichen gemäss Flugplan), Wind 040° 6 Knoten (Windrichtung und Stärke), Landebahn 10, frei zur Landung.


Wie viele hochspezialisierte Berufsgruppen, so haben auch die Flugverkehrsleiter eine eigene Sprache, die es in der Grundausbildung zu lernen gilt. Diese „Voice“ ist im Flugverkehr weltweit standardisiert und mit genauen Prozessen und Prozeduren am Boden und in der Maschine verbunden.

 



 


Kein Flugplatz wie jeder andere

 

Auf dem Radarschirm sind weit mehr Flugbewegungen zu sehen als der Businessjet, der mittlerweile sicher auf der Landebahn aufgesetzt hat. Für den Laien unüberschaubar, ruckeln unzählige Buchstaben- und Zahlenkombinationen über den Monitor. Jede steht für ein Flugzeug, das sich gerade im Luftraum über uns befindet. Auch wenn die wenigsten davon in Altenrhein landen: Jeder Flughafen hat seine eigene Kontrollzone, in die Flugzeuge nur nach vorheriger Genehmigung einfliegen dürfen. Hier müssen die Flugverkehrsleiter stets den Überblick bewahren.

 
Da verwundert es nicht, dass die Ausbildungszeit für diesen komplexen Beruf dreieinhalb intensive Jahre beträgt. Das ist nicht jedermanns Sache. „Man muss schon dafür gemacht sein“, sagt Stephanie Lott. Und Max Mumenthaler hat schon viele aussichtsreiche Kandidaten erlebt, die letztlich doch nicht mit der Verantwortung umgehen konnten oder wollten. „Darum zielt unsere dreitägige Aufnahmeprüfung am Anfang auch zu 80 Prozent auf psychologische Aspekte. Wir müssen einschätzen können, wer für diese Tätigkeit geeignet ist und wer nicht.“

 

Was die Anforderungen betrifft, so ist wahrscheinlich kein Flugplatz wie der andere – und damit unterscheiden sich auch die Arbeitsbedingungen für die Flugverkehrsleiter. Eine besondere Situation in St. Gallen-Altenrhein ist die stark wechselnde Frequenz. „In der Ferienzeit im Sommer haben wir manchmal nur ein bis zwei Dutzend Flugbewegungen am Tag“, so Mumenthaler. „In Spitzenzeiten dagegen bis zu 400.“

 
Noch immer fasziniert, und um einiges schlauer, verlassen wir den Tower nach gut einer Stunde wieder über die Luke im Boden. Das rege Interesse an ihrer Arbeit sind Stephanie Lott und Max Mumenthaler übrigens gewohnt: „Vor ein paar Jahren hatten wir hier in Altenrhein einen Tag der offenen Tür mit tollem Programm“, erzählt uns Max Mumenthaler zum Abschied. „Man konnte jede Menge Flugzeuge bestaunen und sich als Besucher ab acht Uhr morgens zu Führungen im Tower anmelden. Fünfzehn Minuten später waren wir für den gesamten Tag ausgebucht.“

 

 

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